Die Art Galerie Siegen präsentiert ab dem 26. Juni 2016
die Ausstellung Deutsche Pop Art

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Die Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, den 26. Juni 2016, um 11.00 Uhr
in der Art Galerie, Fürst-Johann-Moritz- Straße 1, 57072 Siegen statt.

Am 26. Juni eröffnet die Art Galerie in Siegen die Ausstellung „Deutsche Pop Art“. Ausgestellt werden zahlreiche Arbeiten der 20 wichtigsten deutschen Popartisten.
Die Pop Art hatte ihren Ursprung bereits in den 50′er Jahren des letzten Jahrhunderts und findet ihre Inspiration in den Massenmedien, der Werbung und unserer Konsumkultur. Vor allem Andy Warhol hat mit seinen Campbell-Suppendosen und seinen bunten Portraits von Film- und Rockstars den Begriff mitgeprägt. Die Pop-Art-Ikone Warhol ist so wohl zum bekanntesten Künstler unserer heutigen Welt geworden. Weitere wichtige Vertreter der amerikanischen Pop-Szene waren Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg und Tom Wesselmann. In England haben Peter Hamilton, David Hockney und Peter Blake den höchsten Bekanntheitsgrad erreicht.
Hierzulande sind es Gerhard Richter, Sigmar Polke, Konrad Lueg und Manfred Kuttner die 1963 für ihre gemeinsame Ausstellung den Begriff Kapitalistischer Realismus prägten. Noch im gleichen Jahr fand eine Performance von Richter und Lueg unter dem Titel „Leben mit Pop – eine Demonstration für den Kapitalistischen Realismus“ in Düsseldorf statt. Diese beiden Events werden als die Geburtsstunde des deutschen Pop bezeichnet.
Die Pop-Künstler waren es auch die die Grafik wieder salonfähig gemacht haben. In Warhols „Factory“ entstanden zahlreiche Siebdruckeditionen in hohen Auflagen. Ziel war es die Kunst unters Volk und in die Wohnzimmer zu bringen. Günstige Originalkunst für alle! Dieser Tradition verpflichtet, bietet die Art Galerie Siegen zu dieser Retrospektive der deutschen Pop Art Siebdrucke mit drei der beteiligten Künstler an. Mit Endy Hupperich, der in München und Mexico-City zuhause ist, sind 2 Blätter entstanden. Der Bananensprayer, Thomas Baumgärtel, hat sein immer wiederkehrendes Motiv, das Brandenburger Tor, in dieser Technik umgesetzt und der Hallenser Moritz Götze steuert einen besonders großen Druck in DinA0 hinzu.

Art Galerie Siegen
Deutsche Pop Art
Hermann Albert, Thomas Baumgärtel, Werner Berges, K.P. Brehmer, Siegfried Firla, Moritz Götze, Wasja Götze, Manfred Hammes, Endy Hupperich, Fritz Köthe, Kriwet, Gisbert Lange, Richard Lindner, Heiner Meyer, C.O. Paeffgen, Kolja Senteur, Klaus Staeck, Josef Wittlich
26.6. – 27.8.2016

vielen Dank an unsere Besucher für den wunderbaren Eröffnungsmorgen

Eröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten SchmaleEröffnung der Ausstellung Deutsche Pop Art in der Artgalerie in Siegen, photo: Carsten Schmale

Zur Eröffnung sprach Kirsten Schwarz M.A.

Deutsche Pop Art

Eine solch umfassende Ausstellung hat es in der Art Galerie lange nicht gegeben. Aufgrund der Vielfalt der Künstler und ihrer Werke sowie des großzügigen zeitlichen Rahmens, von den Pionieren bis zur Gegenwart, kann man hier sicher von einer Retrospektive sprechen.

Die Pop Art-Bewegung kam erst relativ spät in Deutschland an. Seit Mitte der fünfziger Jahre war sie bereits in Großbritannien und den USA die vorherrschende Kunstrichtung. Während dort jedoch die glitzernde Warenwelt und der Massenkonsum allgegenwärtig waren, hatte man in Deutschland gerade erst den bescheidenen Wohlstand der Wirtschaftswunder-Zeit erreicht. Im ersten Nachkriegsjahrzehnt beherrschte die Abstraktion Galerien und Museen. Der abstrakte Expressionismus schien lange Zeit die einzige Möglichkeit, sich nach den Schrecken der Nazi-Zeit und des 2. Weltkrieges künstlerisch auszudrücken. Unkonkret, spontan, ausdrucksstark, ja fast brutal ermöglichten sie den Künstlern Gefühle und Stimmungen auszudrücken. Wie so oft in der Kunstgeschichte liess eine Reaktion der jüngeren Generation nicht lange auf sich warten. Man wollte nun wieder gegenständlich auf die sich rasant wandelnde Gesellschaft reagieren. Die laute Farbigkeit, die gerade in Amerika die Werbewelt überflutete, die massenhafte Verbreitung der neuen Waren und ihr hysterisches Anpreisen wurden nun ebenso zum Thema bildender Kunst wie die täglichen Vergnügungen der Menschen, bestehend aus Fernsehen, bunten Illustrierten und Comics. All dies stürmte auf die amerikanische Gesellschaft und damit natürlich auch auf die Künstler ein. Andy Warhol sagte 1980 rückblickend: „Die Pop-Künstler machten Bilder, die jeder, der den Broadway entlangging, im Bruchteil einer Sekunde wieder erkennen konnte – Comics, Picknicktische, Männerhosen, Berühmtheiten, Duschvorhänge, Kühlschränke, Colaflaschen – all die grossartigen modernen Dinge, die von den abstrakten Expressionisten so geflissentlich
übersehen wurden.“

Die amerikanischen Pop Art Künstler übten jedoch keine Kritik am oberflächlichen Massenkonsum, sondern sie teilten die affirmative Haltung zu den Erscheinungen des modernen Lebens. Die Freude am Alltag und den unerschütterlichen amerikanischen Optimismus zeigten daher auch viele der Pop Art-Werke. Sie wollten die sie umgebende Welt künstlerisch aufarbeiten und nicht kritisieren.

In Deutschland wurde die erste Welle der Pop Art erst wahrnehmbar als 1963 Richter, Polke, Konrad Lueg und Manfred Kuttner ihre erste Ausstellung unter den vielsagenden Titel ‚kapitalistischer Realismus‘ stellten. Genau dies wurde nämlich auch gezeigt: realistische Motive und Objekte, die im Kapitalismus entstanden waren.

Alltagsgegenstände spielten erstmals eine wichtige Rolle in den Werken, als Hauptmotive in ihrer ganzen Banalität auf die Leinwand gebracht oder als Objekt in den Raum gestellt. Hier wurden die Dinge nicht mehr symbolisch oder metaphorisch überhöht, sondern standen für sich selbst. Die Überhöhung der Dinge fand nun in der Werbung statt, die von den deutschen Pop Art-Künstlern ironisiert, karikiert und kritisiert wurde. In Deutschland war es weniger die ästhetische Aufarbeitung von Werbung und trivialen Objekten, die die Künstler interessierte, hier standen Provokation und eine ironische Gegenströmung zum Informel im Vordergrund. Pop Art war und ist einfach zu lesen, es ist der Spiegel der Moderne, bestehend aus bekannten Motiven unserer Konsumwelt, egal ob es sich um Dinge, Figuren oder Porträts handelt.

Bis heute ist die Pop Art eine Kunstrichtung, die die Menschen erreicht, egal ob ironisch aufbereitet oder ästhetisch verfremdet. Die Künstler der zweiten und mittlerweile dritten Generation, denn besonders die stark florierende Street Art bedient sich heute der Elemente der Pop Art, sehen immer neue Möglichkeiten die stilistischen und motivischen Merkmale für ihre Kunst einzusetzen und an der Gegenwart auszurichten.

Die große Bandbreite der Ausdrucksmöglichkeiten der Pop Art kann man an der Vielzahl der hier ausgestellten Werke leicht festmachen. Etwa die Verwendung weniger reiner Farben, hauptsächlich der Primärfarben, die starke schwarze Umrandung der Motive, flächige Darstellung, fehlende Tiefe sowie die Isolierung und Neu-Komposition von Motiven und Materialien zu surrealen Welten und absurden Objekten.

So setzte beispielsweise die kreative Darstellung und Verfremdung von Lebensmitteln einen ironischen Akzent, den Thomas Baumgärten mit seiner Spray-Banane bis heute fortführt. Er hat so selbst eine Marke mit hohem Wiedererkennungswert geschaffen. Der weibliche Körper wurde wie kein zweites Motiv in der Pop Art verwendet. Ob ironisiert und entgegen dem Schönheitsideal, wie bei Hermann Albert, erotisiert wie bei K.H. Meyer oder verfremdet und in Flächen und Strukturen aufgelöst wie wir es bei Werner Berges sehen.

C.O. Paeffgen, Systhemfehler, 1995, Farblithographie, 89 x 59,5 cmEndy Hupperich, 2000 Jahre Unterschied, 2013, Öl/LW,  90×70 cmEndy Hupperich,  Kaliman, 2002, Öl/LW, 200 x 150 cmEndy Hupperich,  Lavarse, 2002, Öl/LW, 200 x 150 cmEndy Hupperich, chilpp, Splitting Lou, 2016, Siebdruck, 100×70 cm Auflage: 60 Stk.Endy Hupperich, soft eyes, 2016, Siebdruck, 100×70 cm, Auflage: 60 Stk.Endy Hupperich, Spitting Lou, 2010, Öl/LW, 90 x 70 cmEndy Hupperich, Tschilp, 2013,Öl/LW, 90×70 cmHeiner Meyer, Frau auf Tapete groß, 1970, Siebdruck, 84 x 53 cm Auflage: 20 Stk.Gisbert Lange, AHH, 1978, Collage,Acryl,Buntst./Bütten, 50 x 70 cm.Gisbert Lange, Barbecue King, 1978, Collage, Buntst./Bütten,  50 x 70 cmHans Ticha, Gold Ladder, 1991, Öl/Kistenbretter, 65 x 40 cmHans Ticha, Torero, 1991,Collage aus Kistenbretter/Öl, Bleistift,  71 x 49 cmHeiner Meyer, Brigit Bardot, 2011, Öl/LW/Foto, 30 x 40 cmHeiner Meyer, Kate II, 2006, Öl/LW/Foto, 30 x 40 cmHeiner Meyer, Landscape, 2004, Öl/LW/Foto, 30 x 40 cmHeiner Meyer, Remember GE, 2013, Öl/LW/Foto, 30 x 40 cmHermann Albert , 2 x Strapse, 1970, Siebdruck, 59,5 x 62 cm Auflage: 30 Stk.Hermann Albert , Strumpfhose mit Streifen, 1970, Siebdruck,  48,5 x 49,5 cm, Auflage: 20 Stk.Hermann Albert, Relief, 1969, Öl/Holz, 90,7 x 40 cmHermann Albert,  Schenkel II, 1970, Öl/LW, 40 x 39,5 cmJosef Wittlich , Frau mit roter Feder, 1960’er Jahre, Aquarell/Karton 90 x 62,5 cmK.H. Meyer, o.T., 1971, Öl/LW, 80 x 100 cmK.H. Meyer, Carola, 1974, Öl/LW, 100×80 cmKolja Senteur, Marylin, 2014, Acryl/LW, 90 x 70 cmKolja Senteur, Fragile, 2014, Acryl/LW, 90 x 60 cmKolja Senteur, Glory, 2014, Acryl/LW, 90 x 60 cmKolja Senteur, Not in Kansas, 2014, Acryl/LW, 90 x 70 cmKolja Senteur, Lea, 2014, Acryl/LW, 90 x 70 cmManfred Hammes, Hommage an Wesselmann, 1993, Cut out,  100 x 65 cmManfred Hammes, MODA, 1986, Acryl Collage/LW, 70 x 50 cmManfred Hammes, Große Aufgabe, 1991, Acryl, Collage/LW, 50 x 70 cmManfred Hammes, Sternengreifer, 1993, Cut out, 100 x 65 cm.Moritz Götze, Mädchen mit Antike, 2009, Siebdruck, 60 x 80 cm Auflage: 100 Stk.Moritz Götze, Der Fluß, 2013, Emaille, 120 x 32 cmMoritz Götze, energiegeladen I, 2016, Siebdruck, 118,9 x 84,1 cm Auflage: 30 Stk.Moritz Götze, energiegeladen III, 2016, Siebdruck, 118,9 x 84,1 cm Auflage: 30 Stk.Moritz Götze, energiegeladen II, 2016, Siebdruck, 118,9 x 84,1 cm Auflage: 30 Stk.Richard Lindner, Lollipop, 1971, Farblithographie, 67,4 x 51,4 cmRichard Lindner, On, 1971, Farblithographie, 67 x 50,5 cmRichard Lindner, Poet, 1971, Farblithographie, 66,8 x 49,7 cmThomas Baumgärtel, 25 Jahre Deutsche Einheit, 2015, Acryl,Spraylack/Nessel, 60 x 90 cmThomas Baumgärtel, Brandenburger Tor, 2015, Acryl,Spraylack/LW 150 x 200 cmThomas Baumgärtel, Bundesbananenadler, 1999, Acryl,Spraylack/LW,  50 x 50 cm.Thomas Baumgärtel, Bananentrophäe, 1998/2016,Sprayack/Kunststoff  60 x 35 x 23 cm, Auflage: 37Thomas Baumgärtel, Metamorphose der SpraybananeI, 2010, Acryl,Spraylack/LW, 50 x 40 cmWasja Götze, Mark und Dame, 1971, Öl/Karton, 49 x 59 cm.Wasja Götze, Rapunzel, 1976, Plakat, 63 x 45,4 cm

Die einfache Flächengestaltung mit nur einer Farbe und die typischen aus dem Comic entlehnten schwarzen Umrandungen finden wir etwa bei Moritz Götze und Josef Wittlich. Surreale Welten lassen manche Künstler entstehen, indem die Tiefenillusion aufgegeben wird oder durch transparente Überlagerungen, zu sehen bei Wasja Götze oder Endy Hupperich.

Die Wieder-Verwendung von Bildern von Stars und Sternchen der Filmwelt wird ebenfalls häufig betrieben, um den aufkommenden Starkult zu illustrieren oder zu ironisieren, hier sind beispielhaft Kolja Schäfer-Senteur und Heiner Meyer zu nennen. Eine besondere Rolle spielte kunstgeschichtlich betrachtet Robert Lindner für dieEntwicklung der amerikanischen Pop Art: 1901 geboren und damit der älteste hier ausgestellte Künstler, war ein spätberufener Maler, der seit den 40er Jahren in New York lebte. Er gilt als einer der Urväter der Pop Art. Seine flächige und starkfarbige Darstellung distanzierter Figuren stellt eine Verbindung zwischen der neuen Sachlichkeit der zwanziger Jahre und den Grossstadtmenschen im New York der 50er und 60er her. Da er immer figürlich malte, wurden Maler wie Warhol auf ihn aufmerksam und verehrten ihn. Er wurde 1963 in einer grossen Pop Art Show im Moma mit den Stars der Szene ausgestellt. Auch Fritz Köthe zählt zu den Größen der deutschen Pop Art. Ebenfalls zur Vorkriegsgeneration zählend, zeigen seine abgerissen wirkenden, fotorealistischen Bilder von abblätternden Werbeplakaten ausschnitthaft die Kurzlebigkeit der Konsumwelt. Die Generation der 40er und fünfziger Jahre wuchs schon mit der offensiv konsumorientierten Gesel lschaft auf und lernte auch deren künstlerischen Ausdruck, die Pop Art durch ihre Veteranen kennen. In der DDR noch ganz klar als provokante Gegenkultur angesehen und verpönt (wie Wanja Götze) ist sie im Westen bereits etabliert und wird von Künstlern wie Hammes, Berges, Paeffgen und Kriwet weitergeführt und den Zeitläuften angepasst.

Auch die Idee, die ungeheure Vervielfältigungsmaschinerie der Werbung zu nutzen und selbst Werke in grösserer Zahl herzustellen, kam aus der Pop Art. Der Siebdruck war einfach und preiswert. Er entsteht durch den Einsatz einfarbiger Schablonen und lässt dadurch keine Feinheiten zu, doch gerade das kam den Künstlern stilistisch entgegen. Kunst für die Massen, massenhaft hergestellt, lautete ein demokratisches Credo der Künstler. Bis heute, wird diese Form der Serigrafie gern benutzt um Pop Art Werke herzustellen, z.B. von Endy Hupperich.

Die Renaissance der Pop Art in Deutschland bekam übrigens 2014 einen repräsentativen Rahmen als die Schirn Frankfurt ihre erste grosse Ausstellung zu diesem Thema zeigte. Hier wurden auch Berges, Bremer und Kriwet ausgestellt.

So bleibt die Begeisterung unter Künstlern und Betrachtern der Pop Art bis heute ungebrochen, denn wie keine andere modernen Kunstrichtung zeigt sie uns unser vom Konsum geprägtes Leben in all seiner schillernden Buntheit mit einem Augenzwinkern und gibt gleichzeitig den Künstler die Möglichkeit, moderne Bildillusionen zu kreieren.
Kirsten Schwarz M.A.