Die Art- Galerie Siegen präsentiert ab dem  4. September 2016:
Zhang Zhaofang: Aquarelle

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Die Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, den 4. September 2016, um 11.00 Uhr
in der Art Galerie, Fürst-Johann-Moritz- Straße 1, 57072 Siegen statt.

Bereits zum dritten Mal erhält das Siegener Publikum eine Möglichkeit, Arbeiten von Zhang Zhaofang zu bewundern. Neben den neuen Arbeiten aus dem Frühjahr 2015/2016 werden auch einige frühere Kunstwerke ausgestellt.
Wieder einmal gelingt es Zhang Zhaofang einen neuen Blickwinkel auf das bereits Gesehene zu eröffnen. Zu sehen sind chinesische Städte, Dörfer und Parks. Beim ersten Anblick kommen diese Motive einem Europäer zunächst fremd vor. Doch beim näheren Betrachten erfasst den Zuschauer eine unglaubliche Energie, sodass man das Gefühl hat, die abgebildete Straße schon einmal besucht zu haben. Je mehr man über diese Bilder nachdenkt, desto vertrauter werden sie und vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit. Diese Tatsache ist vor allem Zhang Zhaofangs Malweise zu verdanken. Zwar ist in den Bildern das Chinesische nicht zu übersehen, so kommt es jedoch vor, dass man auf einigen Bildern einen Zwiebelturm oder ein Gotisches Fenster sieht. Und genau diese kleinen Details dienen als das gewisse Etwas für den europäischen Betrachter, das seinen Blick festhält und zum Verweilen einlädt. Zhang Zhaofang ist ein Meister seines Fachs. Zum einen bietet er Zuschauern die Möglichkeit seine Kultur kennen zu lernen und zum anderen nimmt er die Herausforderung an und vermischt in einigen seine Bilder das Chinesische mit dem Europäischen.

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Zhang Zhaofang
1962 geboren in Mianzhu, Sichuan, China, studierte zunächst Ölmalerei von 1982 bis 1984 am Sichuan Institute of Fine Arts und von 1987 bis 1989 Ölmalerei am Sichuan Institute of Education. Seit 2002 lehrt er an der Kunstschule der Sichuan Conservatory of Music.

Wir laden Sie herzlich ein zur Ausstellung

Zhang Zhaofang: Aquarelle
Malerei

04.September bis 05. November 2016
Vernissage: Sonntag, 04. September 2016, 11 Uhr

Zur Eröffnung spracht Kirsten Schwarz M.A.

Zhang Zhaofang: Aquarell

Dies ist bereits die dritte Ausstellung des chinesischen Künstlers Zhang Zhaofang in der artgalerie Siegen. Nach 2007 und 2014 sind erneut meisterhafte Aquarelle zu sehen, die sich grosser Beliebtheit erfreuen.
Zhang Zhaofang lebt und arbeitet in der chinesischen Millionenstadt Deyang, der Partnerstadt des Kreises Siegen-Wittgenstein. 1962 geboren besuchte er von 1982 bis 1989 verschiedene Kunstschulen in der Provinz Sichuan. Seit 2002 lehrt er selbst Malerei. Seine Motive sind eher dem Landleben entlehnt, er unternimmt daher oft, allein oder mit Studenten, Fahrten in die Umgebung um die Natur zu studieren.
Aquarellmalerei und besonders die traditionelle chinesische Aquarellmalerei lebt von Harmonie und Atmosphäre. Diese zu erzeugen sind das erklärte Ziel der 2000 Jahre alten Malerei.
Auch Zhang Zhaofang hat sich der traditionellen chinesischen Malerei verschrieben, allerdings bedeutet dies nicht, dass die Künstler sich nicht weiterentwickelt haben, und auch Zhang Zhaofang hat, was wir im Westen einen individuellen Stil nennen. Trotzdem bleiben die Künstler der Tuschmalerei den alten Prinzipien treu, versuchen jedoch, diese in die Moderne zu führen. Seit der Öffnung Chinas im 19. Jahrhundert wurde der Einfluss westlicher Malerei deutlich spürbar. Impressionismus, Expressionismus und später der abstrakte Expressionismus der 1950er Jahre wurden aufgenommen und in die traditionelle Malweise mit eingearbeitet. Gerade diese westlichen Einflüsse entsprachen der Idee der Reduzierung der Naturdinge auf das Wesentliche.
Entgegen des in Europa oft herrschenden Vorurteils, Aquarellmalerei sei eine Ausdrucksmöglichkeit hauptsächlich für Hobbymaler, ist es in China die hohe Kunst der Malerei. Ölmalerei trat erst durch die Beschäftigung mit dem Westen in Erscheinung, vorher kannte man ausschliesslich Tuschmalerei, schwarz-weiss oder auch bunt.
Die hohe Kunst der Tuschmalerei wurde in festen Prinzipien festgehalten, die bis heute gelehrt werden, auch wenn Bildgestaltung und Motivik heute wesentlich freier bearbeitet werden. So muss das Bild mit Geist und Atmosphäre gefüllt sein, die Tuschverteilung gefühlsbetont. Naturdinge sollen natürlich wiedergegeben werden, aber nicht naturalistisch. Bestimmte Kompositionsregeln sind einzuhalten und schließlich legt man grossen Wert auf sparsame Farbgebung und die richtige Farbverteilung im Bild. Das Dargestellte bildet ein Gerüst, an dem der Künstler die Gestaltungselemente entfaltet. Durch die gelungene Handhabung der technischen und künstlerischen Mittel verleiht der Künstler seiner Persönlichkeit Ausdruck.
Interessant ist auch die Erklärung für die Entstehung der Malerei in China: Ein chinesischer Kunsthistoriker des 9. Jhdts., Chang Yen-Yüang, erklärte, sie käme nicht aus dem menschlichen Bemühen, sondern spontan aus der Natur (Zitat): ‚Und da es nichts gab, wodurch Vorstellungen sichtbar gemacht werden konnten, entstand das Malen.‘ So entstand Malerei aus der Notwendigkeit des Sichtbarmachens.
Doch war damit nicht das Abbild des Dargestellten gemeint, sondern die Erstellung einer bestimmten Stimmung, Atmosphäre und das Hervorrufen von Empfindungen. Auch die Darstellung von Bewegung spielt eine grosse Rolle in der Kunst der Tuschmalerei.
Zhang Zhaaofang nutzt die Vorteile dieser Technik, um rasch und mit geübtem Blick Situationen einzufangen. Die Aquarelltechnik war vor der Erfindung der Fotografie das Medium der Momentaufnahme. Angehörige der höheren Schichten, die im 18. Jahrhundert anfingen auf Reisen zu gehen, um ihren Bildungshunger zu stillen, fertigten häufig Aquarelle an, um später visuelle Erinnerungen an Erlebtes vorweisen zu können. Zhang Zhaofangs Reisestudien eines Indienbesuches knüpfen an diese Tradition an. In Zeiten des rasanten Bildermachens und des unendlichen Postens setzt diese Technik andere Akzente. Der Ausschnitt wird bewusst gewählt und aus der Situation herausgeschnitten, er wird so in einen eigenen Raum versetzt. Die Aquarelltechnik erlaubt es, farbige Akzente zu setzen und alles, was die Komposition stört wegzulassen. Eine Art altertümlicher ‚Fotoshop‘.

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Die Bilder von Innenräumen sind recht ungewöhnliche Sujets für das Aquarell. Das Spiel mit Licht und Schatten fehlt oft und der Blick in die Weite der Landschaft ist nicht gegeben. Zhang Zhaofang gelingt es aber auch hier, besondere Eindrücke der Lichtspiele im Inneren eines Gebäudes einzufangen. Ebenso gelingt ihm das Nachspüren besonderer Wettersituationen, etwa eines verregneten Blicks in eine Gasse, hier riecht man förmlich die Nässe, sieht den verhangenen Himmel und das reflektierende Pflaster. Alle Varianten der Technik werden hier ausgespielt, die Lavur, die Nass-in-Nass-Technik und die Verwendung fast trockener Farbe auf lavierten Flächen um Details hervorzuheben.
Eine ganz anderes, fast expressionistisch wirkende Arbeitsweise sieht man in seinen grösseren Arbeiten zu sommerlichen Landschaften. Hier wechselt die Technik von der lavierten Fläche zu schnellen nebeneinander gesetzten kurzen Pinselstrichen. Mit wechselnder Richtung und übereinander gelegt, in kräftigen Farben ausgeführt, entstehen durch diese vielen kurzen Pinselstriche bewegte Baumlandschaften.
Zhang Zhaofang setzt alle Möglichkeiten des Aquarells ein, um eigene Eindrücke entstehen zu lassen. Das Spiel mit der Leere – das Aquarell kennt ja kein Weiss – beherrscht er ebenso perfekt wie die Einbeziehung der groben  Papierstruktur. Die ländlichen Idyllen und nebelverhangenen Berge Chinas werden lebendig, der farbenfrohe Orient entfaltet seine besondere Atmosphäre und dies alles mit Hilfe eines Tuschkastens und einiger Pinsel und ohne die Möglichkeit der Korrektur.
Das nicht allein die meisterhafte Beherrschung der Maltechnik sondern diese nur im Zusammenhang mit der geistig-seelischen Konzeption Werke von höchster Harmonie ermöglicht, wird in Zhang Zhoafangs Arbeiten stets deutlich, egal ob die Motive traditionell oder dem modernen Leben entlehnt sind.

Kirsten Schwarz

Danke an unsere Gäste für einen wunderbaren Sonntagvormittag

Eröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten SchmaleEröffnung Zhang Zhaofang in der Artgalerie, Foto: Carsten Schmale

Öffnungszeiten der Ausstellung
Mo. – Fr. 10.00 bis 19.00 Uhr
Sa.           10.00 bis 16.00 Uhr