Chinesische Malerei31.08 – 05.10.2007
Chinesische Malerei – Zwischen Tradition und Moderne

Zeng Fanxu & Zhang Zhaofang, Deyang / Sichuan, Volksrepublik China

Für die erste Ausstellung von Zeng Fanxu und Zhang Zhaofang außerhalb Chinas haben die Galeristin Helga Oberkalkofen und Ihr Lebensgefährte Thomas Kellner hauptsächlich Landschaftsmotive und einige Häuserszenen ausgesucht.
Das Thema Landschaft wird seit vielen Jahren vom Kunstverein Siegen in vielen Varianten gezeigt und es stand die Hoffnung im Raum, den beiden Chinesischen Künstlern so den Zugang zu unserem Siegener Publikum zu erleichtern.
Beide Maler sind in der Ausstellung mit verschiedenen Serien vertreten. Zhang Zhaofang zeigt hier vier verschiedene Herangehensweise an seine Umgebung. Die erstere entspringt einer Chinesischen Tradition mit eher klassischen Malweisen einer Aquarellmalerei. Auf Distanz erscheinen uns die Landschaften zwar natürlich, vielleicht etwas fremd, weil Chinesisch, doch beim Herantreten an die Bilder bemerken wir eine andere Strichführung und Flächenbeherrschung, die eindeutig der ganz traditionellen Chinesischen Malerei zu zuordnen ist. In einer zweiten Serie verschwimmen die Bäume in einer Nasstechnik, die selbst die Spiegelung der Wasseroberflächen im Vordergrund aufnimmt. Eine dritte Serie stimmt uns um, von der gerade noch gesehenen Melancholie zu einem farbenfrohen Tanz der Pinselstriche die die persönliche Aufarbeitung und Weiterführung Cezannes zu sein scheint. Farbflächen, Kuben schwingen im Stakkato über das Papier und zeigen uns den Frühling Chinesischer Landschaft. Die Häuserszenen von Zhang Zhaofang entstammen verschiedenen Arbeitsphasen und lassen die Entwicklung von einer eher traditionellen abbildenden Malweise hin zu einer Abbildung der Malerei an sich erkennen. Waren es am Anfang noch Aquarellfarben, so endet die Serie der Hausmotive in pastosem Auftrag mit abstrakt expressiver Wirkung.

Zhang Zhaofang: An Abandoned Workshop 1, 39 x 27, 3, Aquarell,  250 EUR (Galerie: ZhaZha012)Zhang Zhaofang: An Abandoned Workshop 2, 27 x 39, Aquarell,  250 EUR (Galerie: ZhaZha013)Zhang Zhaofang: An Abandoned Workshop 3, 27 x 39, Aquarell,  250 EUR (Galerie: ZhaZha014)Zhang Zhaofang: An Abandoned Workshop 4, 27 x 39, Aquarell,  250 EUR (Galerie: ZhaZha015)Zhang Zhaofang: An Abandoned Workshop 5, 51, 3 x 35, 5, Aquarell, 300 EUR (Galerie: ZhaZha016)Zhang Zhaofang: An Abandoned Workshop 6, 27, 3 x 39, Aquarell, 300 EUR (Galerie: ZhaZha017)Zhang Zhaofang: An Abandoned Workshop 7, 24 x 13, 5, Aquarell, 300 EUR (Galerie: ZhaZha018)Zhang Zhaofang: Past Memory 1, 21 x 14, Aquarell, 300 EUR (Galerie: ZhaZha019)Zhang Zhaofang: Past Memory 2, 41, 5 x 37, Aquarell, 300 EUR (Galerie: ZhaZha020)Zhang Zhaofang: A woodworking plant 1, 39 x 54, Aquarell, 350 EUR (Galerie: ZhaZha026)Zhang Zhaofang: A woodworking plant 2, 39 x 54, Aquarell, 350 EUR (Galerie: ZhaZha027)Zhang Zhaofang: A Hundred Year Old House, 39, 5 x 55, Aquarell, 350 EUR (Galerie: ZhaZha028)Zhang Zhaofang: Dried Cane Vines, 39 x 54, Aquarell, 350 EUR (Galerie: ZhaZha029)Zhang Zhaofang: A Farm House, 39 x 54, Aquarell, 350 EUR (Galerie: ZhaZha030)Zhang Zhaofang: The Blue Sky, 39, 5 x 55, Aquarell, 350 EUR (Galerie: ZhaZha031)Zhang Zhaofang: A Red House, 37 x 52, Aquarell, 350 EUR (Galerie: ZhaZha032)

Zeng Fanxu fand zur Malerei über seinen Freund Zhang Zhaofang. Seine Szenen der kleinstädtisch-dörflichen Architektur sind schnelle lebendige Skizzen, die nur teilweise mit Farbe leuchten. Das kalligraphische in der Strichführung erinnert sehr an die poetische Kalligraphie Chinesischer Zeichen. Zwischen dünnen Linien, staubigen Straßen und Häusern blinken schon einmal einige Farben hervor.

Solche leuchtenden Farbinseln finden wir auch in seinen Landschaftsaquarellen, die jedoch alle eine eher dunkel-melancholische Erscheinung haben. Fast wie vor einem Gewitter verdunkelt sich der Horizont und mit einigen wenigen Sonnenstrahlen kommen die die Farben der Blumen zu einem fast ursprünglichen Leuchten.
Das Motiv der Landschaft entwickelt Zeng Fanxu weiter, wie sein Freund Zhang Zhaofang, jedoch schlägt er einen anderen Weg ein. Seine Landschaften auf Leinwand (und er verlässt hier die Bedingungen und Materialität des Aquarells) gehen nicht den Weg des kubischen Cezanne. Auf den ersten Blick erinnern die Bilder an so manches Bild der Art Brut. Seine leuchtenden Pinselstriche folgen den Farben der Landschaft, verselbständigen sich und kreisen sich wieder mit einer neuen Farbe selber ein. Es entstehen abstrakte farbenfrohe Gemälde, von denen wir uns vorstellen können, dass sie die lebendige und großartige Zukunft China repräsentieren können.
Zustande kommt die Ausstellung durch den Kontakt der Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstler und der Gesellschaft für Deutsch Chinesische Freundschaft. Im Herbst 2005 fragte die Gesellschaft für Deutsch Chinesische Freundschaft GDCF bei der Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstler, ob Interesse bestünde an einer Gruppenausstellung in Deyang, der Partnerstadt des Kreises Siegen-Wittgenstein.
Schon einmal hatte die GDCF im Jahre 1992 eine Ausstellung mit Werken Siegerländer Künstler, aber nicht nur aus der ASK, im Konfuzius Tempel in Deyang organisiert (Dabei damals: Christraut Borski, Rudolf Bieler, Jochen Dietrich, Karin Fuchs, Guenther Haehner, Daniel Hees, Gereon Heil, Thomas Kellner, Heidemarie Koenigs, Juergen Koenigs, Bodo Meier, Britta Moche, Peter Nettesheim, Martin Obst, Brigitte Piecha, Uwe Pieper, Karin Rappold-Kleinert, Ann Karin Roeding, Werner Schneider, Susanne Skalski, Georg Tokarz, Nham-hee Voelkel-Song).
Die Mitglieder der Gruppe waren sich schnell einig darüber, dass die ASK ein solches Unternehmen unterstützen wolle und auch ein größeres Interesse an einer Reise nach China bestand. Im Laufe der Vorbereitungen stellte sich durch die Anfrage der ASK beim Keins Siegen-Wittgenstein auf Projektförderung heraus, dass es für den Landrat und den Kreistag an der Zeit war, die freundschaftlichen Beziehungen zur Partnerstadt durch einen Gegenbesuch zu erwidern. (Erste Kontakte reichen zurück in die Jahre 1986-88, die Partnerschaft wurde beschlossen 1998) Im Oktober 2006 machte sich eine Gruppe von Mitgliedern der GDCF und ASK-Künstlern (Sigrid Mertin, Aki Benemann, Petra Oberhäuser, Helga Seekamp und Thomas Kellner) unter der Leitung von Isolde Gomberg, Vorsitzende der Deutsch-Chinesischen Freundschaftsgesellschaft in Siegen auf den Weg nach China, wo nach einer Woche die Delegation des Kreises Siegen-Wittgenstein, bestehend aus Landrat Paul Breuer, Vertretern der Parteien im Kreistag, so wie Vertretern fast aller regionaler Medien hinzu stieß. In Deyang wurde die Delegation auf das wärmste empfangen und die Gruppe aus Siegen konnte die Stadt Deyang in vielen Facetten kennen lernen. Zum Programm gehörte auch die Eröffnung der Gruppenausstellung Siegener Künstler in den Räumen der Kunstmauer, welches mit einem offiziellen Akt im Park vor der Mauer begangen wurde. Bei dieser Gelegenheit trafen Chinesische und Deutsche Künstler aufeinander, die sich in einer an die Eröffnung anschließenden Konferenz austauschten. Unter den dort anwesenden Künstlern unter Leitung von Hao Yuenan des Chinesischen Malerei-Vereines, befanden sich auch Zeng Fanxu und Zhang Zhaofang. Die Künstler suchten den Kontakt zu den Deutschen Freunden aus der Ferne und zeigten an einem Abend im Hotel Ihre eigenen Arbeiten an einem Laptop. Die Siegener Künstler der ASK waren sehr schnell davon überzeugt, dass insbesondere die gemeinsame Ausstellung dieser zwei Künstler eine gelungene Fortsetzung der freundschaftlichen Beziehungen der beiden Künstlergruppen sein könnte.